Schulchronik
Schuljahre 1970/71 bis 1979/80

Die Schule wurde nach dem Tod des Schulleiters Rektor Alois Lipke, von der Konrektorin Frau Buchberger geleitet. In den, an Schulen mit mindestens 8 hauptamtlichen Lehrern einzurichtenden Lehrerrat, wurden Frau Holling, Frau Michels und als Vorsitzender Herr Stenzel in der Konferenz vom 05.11.1970 gewählt.

Im Amtlichen Schulblatt für den Regierungsbezirk Arnsberg, Nr. 14 vom 20. Juli 1970 war inzwischen die Schulleiterstelle ausgeschrieben worden. Die Ausschreibung hatte folgenden Wortlaut:

 

An der kath. Grundschule (teilweise dreizügig) in Freienohl (Sauerland) ist zu Beginn des kommenden Schuljahres die

 

                                                               Rektorstelle

 

zu besetzen.

Freienohl liegt in reizvoller, landwirtschaftlicher Umgebung. Lehrschwimmbecken und Sportanlagen sind vorhanden.

Bei der Beschaffung einer geeigneten Wohnung ist der Schulträger behilflich.

Interessenten werden gebeten, ihrer Befähigungsgrundlagen möglichst bald, spätestens jedoch bis zum 15.September 1970, bei der Amtsverwaltung Freienohl einzureichen.

Freienohl, den 09.Juli 1970

 

                                              

Pütz, Amtsdirektor

Um die ausgeschriebene Stelle bewarben sich zwei Damen, die Konrektorin Erika Buchberger und Frau Brigitta Kube, Konrektorin in Rodenberg, Rg.-Bez.  Hannover, Niedersachsen.

Die Damen wurden eingeladen, sich dem Schulausschuß und dem Gemeinderat am 15. Februar 1971 vorzustellen. In einer Abstimmung wurde nach langer Beratung Frau Kube mit 9:8 Stimmen zur Rektorin gewählt.

Da Frau Kube aus einem anderen Bundesland kam, dauerten die Modalitäten der Versetzung etwas länger als gewöhnlich. Sie konnte erst am 02.Juni 1971 (nach den Pfingstferien) in das Amt eingeführt werden.

Inzwischen war Herr Jarasch in den Ruhestand getreten und Frau Mendelin der Schule als neue Lehrkraft zugewiesen werden (01.02.1971).

Über die Pensionierung von Herrn Jarasch und die Schulleiterwahl berichten Zeitungsabschnitte.

 

 

Schülerzahlen der Jahrgänge im Schuljahr 1970/71

Jahrgang:            98 Kinder

Jahrgang:            118 Kinder

Jahrgang:            101 Kinder

Jahrgang:            80 Kinder

 

Klassenverteilung:

Klasse Lehrer Raum
1a Frau Holling 6
1b Frau Holling 6
1c Frau Buchberger 7
2a Frau Michels 7
2b Frau Michels 8
2c Frau Kaulmann 9
3a Herr Maus MZR 1+2
3b Frau Thiel 10
4a Herr Stenzel Olpe
4b Herr Jarasch Olpe

"Das Schuljahr 1971/72 begann am 16. August 1971. Die Schule zählte zu diesem Zeitpunkt 450 Kinder, die sich wie folgt auf die einzelnen Jahrgänge verteilten:

  1. Schuljahr             128 Kinder
  2. Schuljahr             103 Kinder
  3. Schuljahr             113 Kinder
  4. Schuljahr             106 Kinder

Es wären demnach die Bildung von 11 Klassen (bei der zugrundeliegenden Meßzahl von 40 Kindern pro Klasse) erlaubt gewesen. Schon am Ende des vorigen Schuljahres hatte die Schulleiterin beim Regierungspräsidenten in Arnsberg den Antrag auf Genehmigung von 2 zusätzlichen Klassen aus pädagogischen Gründen gestellt. Diesem Antrag wurde entsprochen (Gemeinsames Rundschreiben Nr.19/1971 vom 21.11.1971). Zu Beginn des Schuljahres war aber leider – bedingt durch den Lehrermangel – nicht an eine Verteilung der Kinder auf 13 Klassen zu denken.

Am Ende des Schuljahres 1970/71 hatte Fräulein Kaulmann, die nach ihrer Pensionierung wieder mit 15 Stunden ausgeholfen hatte, ihren Dienst nun endgültig aufgegeben.

Frau Buchberger hatte ihre Versetzung nach Arnsberg beantragt. Der Versetzung wurde zum 01.08. stattgegeben.

Frau Thiel verließ die Schule, um mit Beginn des neuen Schuljahres an der deutschen Schule in Helsinki zu unterrichten. Damit standen nur noch folgende Lehrkräfte zur Verfügung:

Frau Kube

Frau Holling

Herr Maus

Frau Mendelin

Frau Michels

Herr Riedl

Hinzu kamen die Lehramtsanwärterinnen Fräulein Irrgang und Fräulein Wiese.

(…)

Es fehlten 1/3 aller Stunden, um den Unterrichtsbedarf nach pädagogischen Gegebenheiten decken zu können. So mußte also zu Schuljahresbeginn 3 statt der notwendigen 4 ersten Klassen eingerichtet werden.

Zum 01.09.1971 sollten der Schule dann laut Aussage von Herrn Schulrat Wolff (er hatte seinen Dienst am 01.06.1971 als Nachfolger von Herrn Veit, der zum Oberschulrat befördert worden war, aufgenommen) zwei neue Lehrkräfte zugewiesen werden, aber leider hat der Herr, der vorgesehen war, seinen Dienst nicht angetreten, und die andere Lehrkraft, eine Dame, trat am 01.09. einen Schwangerschaftsurlaub an. Daher wurde im Einvernehmen mit der Hauptschule, Herrn Scheide, Herr Schemann für ein Jahr an die Schule abgeordnet. Außerdem wies uns die Regierung Frau Hufmann zu. So bestand das Kollegium der Katholischen Grundschule St. Nikolaus am 01.09.1971 aus folgenden Damen und Herren:

Rektorin Kube

Frau Holling

Frau Hufmann

Herr Maus

Frau Mendelein

Frau Michels

Herr Riedl

Herr Schemmann

Frau Irrgang

Frau Wiese

So konnte zum 01.09. ein endgültiger Stundenplan aufgestellt werden, der folgende Klassenverteilungen (…) auswies“:

Klasse Lehrkraft Raum
1a Frau Mendelin 9
1b Frau Aufmann 7
1c Frau Holling 10
1d Herr Schemmann MZR 1
2a Frau Aufmann 7
2b Frau Holling 10
2c Frau Mendelin 9
3a Frau Michels 8
3b Frau Michels 8
3c Herr Schemmann MZR 1
4a Herr Riedl Olpe
4b Herr Maus MZR 2
4c Frau Kube 6

„Zugunsten kleinerer Klassenfrequenzen (31 bzw.32 Kinder statt 42) wurde fürs 1.Schuljahr auf Beschluss der Konferenz die Kürzung um 4 Wochenstunden (14 statt der nach den Richtlinien vorgesehen 18) in Kauf genommen. Auch in den anderen Klassen musste stark gekürzt werden.

Große Schwierigkeiten machte die räumliche Unterbringung. Unserer Schule stehen im derzeitigen gemeinsamen Gebäude der ehem. Nicolai-Schule nur 7 Räume für unsere 13 Klassen zur Verfügung. Daher war nicht zu vermeiden, dass viele Klassen während des Tages von einem Raum zum anderen „wandern“ müssen. Außerdem musste wieder eine Klasse nach Olpe ausweichen. Herr Riedl erklärte sich freundlicher Weise freiwillig dazu bereit. Die Auslagerung einer weiteren Klasse stand ebenfalls zur Debatte. Herr Maus, der wie Herr Riedl ein 4.Schuljahr führt, wurde gebeten, auch nach Olpe zu gehen. Er lehnte aber ab mit dem Hinweis, freiwillig gehe er nicht, nur wenn die Konferenz ihn überstimmt. Das geschah. Die Schulleiterin sagte aber zu, falls es sich stundenplantechnisch umgehen ließe, von dem Beschluss nicht Gebrauch zu machen, da Herr Maus vor der 2. Prüfung stand. (…)

Eine spürbare Verbesserung der Unterrichtssituation ergab sich zum 01.02.1971. Die Lehrerin z.A. Frau Nebeling wurde unserer Schule nach Beendigung ihres Schwangerschaftsurlaubes zugewiesen, ebenso die Lehramtsanwärterin Frau Barbara Menzel. (…) Durch diese Zuweisungen konnte das Defizit, das durch den Weggang der Lehramtsanwärterinnen Frau Irrgang und Frau Wiese entstand, ausgeglichen werden. Außerdem konnten auch alle Klassen mit Mehrstunden versorgt werden, so dass wir den vorgeschriebenen Sollstunden näher kamen.

Die Konrektorstelle an unserer Schule war im Amtlichen Schulblatt für den Regierungsbezirk Arnsberg, Nr.17 vom 5.September 1971 ausgeschrieben. Bis zum Ablauf der Meldefrist am 20.09.1971 war keine Bewerbung eingegangen. Später meldete sich Herr Rektor Paul Bonk. Der Rat der Gemeinde Freienohl gab in seiner Sitzung (…) der Bewerbung statt. Leider wurde die Stelle bis zum Ende des 1.Schulhalbjahres nicht besetzt.

 

10. September 1971

 

Richtfest der neuen Hauptschule:

 

Die Kollegien der Grund-und Hauptschule waren zum Richtfest und anschließendem Umtrunk in der Schützenhalle eingeladen. Wir hoffen, dass die neue Hauptschule mit Beginn des Schuljahres 1972/73 fertiggestellt sein wird, so dass damit auch die Raummisere der Grundschule behoben ist.“

 

19. Dezember 1971

 

Besprechung betr. Auflösung der Grundschule Grevenstein. Aus dem Protokoll:

… „Bürgermeister Fabri war der Meinung, dass die Grundschule der Gemeinde mit ihren 96 Kindern für die Zukunft durchaus lebensfähig sein kann, da Grevenstein eine stark wachsende Gemeinde mit umfangreichen Wohngebiet ist. Außerdem soll im Jahre 1972, die Straße Grevenstein-Berge ausgebaut werden, so dass ein Befahren mit dem Schulbus gefährlich ist …. Auf Grund dieser Tatsache will die Gemeinde den Antrag stellen, die Auflösung der Schule vorerst für zwei Jahre hinauszuschieben. ….. Der Vorsitzende der Schulpflegschaft Grevenstein, Thielemann, … war darüber hinaus der Meinung, dass die Schule Grevenstein erhalten werden könne, wenn eine Aufstockung der Kinderzahlen durch die Entsendung von Freienohler Kindern vorgenommen würde. Auch die Zuweisung der Kinder aus Olpe und Visbeck wäre evtl. eine Möglichkeit.“

Man kam dennoch überein, noch einmal bei der Regierung zwecks Erhaltung der Schule bis zur kommunalen Neugliederung  vorstellig zu werden.“

 

Am 01.03.1972 trat Herr Bonk sein Amt als Konrektor unserer Schule an. Herr Bonk war bis dahin Rektor der (…) Schule in Berghausen Meschede und hat sich um die Konrektorenstelle an unserer Schule beworben. (…)

Durch die Versetzung der Schulkräfte im laufenden Schuljahr ergaben sich folgende Umbesetzungen der Klassen:

Frau Michels gab die Klasse 3b an Frau Nebeling ab, Herr Schumann die 3c an Herrn Bonk, so daß nur Frau Aufmann, Frau Mendelin und Frau Holling je 2 Klassen führen.

(…)

Am 09. April verstarb der Lehrer  i.R. Herr Franz Demmel. Herr Demmel wurde am 13. April unter großer Teilnahme der Bevölkerung auf dem Waldfriedhof zu Grabe getragen.

Nicht einmal 14 Tage später mussten wir den nächsten pensionierten Kollegen, Herrn Jarasch, in Olpe zu Grabe tragen. Er war nach der Vertreibung aus Oberschlesien lange Jahre Schulleiter in Olpe. Später unterrichtete er – noch über die Pensionierung hinaus – an unserer Schule.“

„Das Schuljahr 1972/73 begann am 7.8.1972. Wohl selten war zu Beginn eines Schuljahres eine solche Flut an Erlassen und Verfügungen zu verzeichnen, die Klassenbildung, Planstellen und nebenamtlichen Unterricht betrafen.

Am Ende des Schuljahres 1971 waren für das neue Schuljahr folgende Schülerzahlen zu erwarten:

  1. Schuljahr             100         = 3 Klassen
  2. Schuljahr             130         = 4 Klassen
  3. Schuljahr             96           = 3 Klassen
  4. Schuljahr             116         = 3 Klassen

(…) Am 28.7 wurde die beigefügte Regierungsverfügung herausgegeben, die uns verpflichtete, Klassen bis zu 54 Schülern im 2.-4. Schuljahr und bis zu 45 Schülern im 1.Schuljahr zu bilden. Der Regierungspräsident duldet – das Einverständnis des KM vorausgesetzt – organisatorische Klassen ohne Anrechnung auf den Stellenplan bei Überschreitung der Zahl 45!

Mit Schreiben vom 1.8. erhielten wir die Verfügung, dass nur 11 Stellen für unsere Schule genehmigt seien. Wir waren also gezwungen, die 2. Schuljahre zusammenzulegen. Die 3. Schuljahre hätten bei Zusammenlegung eine Klassenstärke von 48, bzw. 49 Kindern erreicht, so dass „organisatorische“ Klassen gebildet werden konnten.

 Mit Verfügung vom 17.8. wurde uns mitgeteilt, dass zwar die Klasse 1 als Höchstzahl 44, die Klassen 2-4 53 Kinder nicht überschreiten dürfen, dass aber „der Kultusminister erwartet, dass die tatsächliche Klassenbildung einschließlich der organisatorischen Klassen ohne Stellenaufwand) die Schülerzahl in Spalte 3 (je 44) nicht überschreitet.“

Hinzu kam, dass jeglicher nebenamtlicher Unterricht verboten wurde, für unsere Schule 23 Stunden, d.h. fast eine volle Lehrkraft. Außerdem war die Pflichtstundenzahl der Lehrkräfte (nicht des Schulleiters und seines Stellvertreters!) um je eine Stunde gesenkt worden, so dass ein weiteres Stundendefizit eintrat.

Wir erstellten also den Stundenplan. Gerade einen Tag, bevor er in Kraft trat, wurde die Verfügung, den nebenamtlichen Unterricht betreffend, aufgehoben und wir durften die Stunden beantragen. Erteilt werden durften sie allerdings erst nach Genehmigung des Antrages, so dass der endgültige Stundenplan noch immer nicht erstellt, bzw. in Kraft treten konnte.

Für unsere Schule bestand nach der tatsächlichen Klassenbildung ein Unterrichtsbedarf von 274 Stunden (nach Richtlinien). Davon sind nach der Beurlaubung von 2 Lehrkräften (Mutterschutz)227 Stunden gedeckt (durch Haupt-und nebenamtlichen Unterricht), d.h. der Unterricht musste um 17% gekürzt werden. Dabei ist unsere Schule – statistisch gesehen – sehr gut besetzt, da 10 von 11 Stellen besetzt sind.

 

Die folgenden Zeitungsausschnitte, die in der Presse veröffentlicht wurden, verdeutlichen den schulischen Wirrwarr, der im ganzen Lande, nicht nur im Kreis Arnsberg herrschte. Sie sind alle der Westfalenpost entnommen.

 „An unserer Schule unterrichteten zu Beginn des Schuljahres folgende Lehrkräfte:

Rektorin:             Fr. Kube

Konrektor:         H. Bonk

Fr. Becker

Fr. Hamer

Fr. Holling

H. Kintrup

Fr. Lochthofe

H. Maus

H. Riedl

(…) Frau Hamer und Herr Kintrup waren mit Schuljahresbeginn an unsere Schule versetzt worden. (…)

Es ergaben sich zu Beginn des Schuljahres folgende Klassenverteilungen und Klassenfrequenzen:

Raum Klasse Jungen Mädchen Gesamt Klassenlehrer
9 1a 19 15 34 Becker
8 1b 15 17 32 Kube
10 1c 19 15 34 Becker
6 2a 28 15 43 Hamer
7 2b 26 16 42 Hamer
2 2c 20 23 43 Holling
4 3a 17 16 33 Kintrup
3 3b 14 16 30 Maus
5 3c 14 17 31 Kintrup
12 4a 22 17 39 Maus
1 4b 27 13 40 Riedl
13 4c 25 15 40 Bonk

Der Beginn des Schuljahres brachte die langersehnte Fertigstellung der neuen Hauptschule. Zwar fehlten noch einige Türen und (…) Einrichtungsgegenstände, doch zog die Hauptschule trotzdem in den Neubau. Dadurch hatte die Schulraumnot ein Ende. Unserer Schule steht nun der gesamte Bau mit 12 Klassenräumen und dem großen, z. Zt. noch unterteiltem Mehrzweckraum zur Verfügung, also insgesamt 14 Räume und ein Werkraum.

Die Teilung des Mehrzweckraums wurde vorerst deswegen beibehalten, weil noch nicht feststeht, ob nicht doch ein nächstes Schuljahr, - wie ursprünglich schon für dieses Jahr vorgesehen-, die Schule Grevenstein zugewiesen wird. Dann ist mit etwa 14 Klassen zu rechnen, so dass alle 14 Räume als Klassenräume genutzt werden müssen.

Durch die Klassenzusammenführungen in diesem Jahr sind nur 12 Räume als Klassenräume genutzt, die beiden anderen stehen als Sachunterrichts-, bzw. Musikraum zur Verfügung.

Wegen dieser Raumverteilung war es nun auch erstmalig möglich, einen etwas besseren Stundenplan zu schaffen, wenngleich die Freienohler Kinder insofern im Nachteil sind, als die Fahrschüler immer morgens beginnen, und durch die Doppelvariante die einheimischen Klassen später zum Unterricht kommen. Die Schulräume in Olpe wurden aufgegeben, das Inventar von unserer Schule übernommen.

Durch den Auszug der Hauptschule aus unserem Schulgebäude konnten die Schülerlotsen – wie schon berichtet – ihren Dienst an der B7 nicht mehr fortführen. Die beantragte Ampelanlage konnte nicht bis zum Schuljahresbeginn erstellt werden. Als Zwischenlösung erbot sich Herr Lorenz Stirnberg als „Schülerlotse“ an, später unterstützt von unserem Hausmeister, Herrn Pöttgen.

Am 09. November konnte dann die Ampel ihrer Bestimmung übergeben werden, so dass unsere Kinder jetzt gefahrlos die B7 überqueren können. Auch über dieses Ereignis berichtete die Westfalenpost.

 

Am 11. November fand der traditionelle Martinszug statt. In diesem Jahr versuchten Schule und Pfarrgemeinde gemeinsam den Zug in angemessener Form zu gestalten. Das gelang auch unter tatkräftiger Mithilfe des Kirchenvorstandes, des Vorstandes des Schützenvereines und der Feuerwehr, die sich als Aufsichtspersonen und Ordner sehr bewährten. Die Kinder versammelten sich in ihren Klassen, zogen von dort in Reihen auf den Hof, wo „St. Martin“ und die Jugendkapelle warteten, und dann ging es über die Pestalozzistraße – B7 – Friedhofsweg – Graf-Gottfried-Straße – Hohe Fohr – B7 zur Schule zurück. Die Mütter mit den Kleinkindern schlossen sich dem Zug an. Mit dem gemeinsamen Lied „Lobe den Herrn“ auf dem Schulhof, endete der Zug.

Am 13. November tobte ein so heftiger Sturm, dass ein Teil des Daches des Verwaltungstraktes kurz vor Schulbeginn beschädigt, bzw. abgedeckt wurde. Es kam aber keines der auf dem Hof wartenden Kinder zu Schaden. (…)

Zum 01. Februar 1973 wurde unserer Schule Fr. Weispfennig zugewiesen. Sie übernahm die Klasse 3c von Herrn Kintrup, um diesen von der Doppelführung, die im nächsten Schuljahr mit zwei 4. Klassen ohnehin nicht möglich gewesen wäre, zu entlasten.

Am 28.11.1972 hatte die Schule die Errichtung eines Schulkindergartens bei der Gemeinde Freienohl beantragt, da nach den neuen Richtlinien eine Zurückstellung von nicht schulreifen Kindern nicht mehr möglich sein wird.

Der Gemeinderat hat diesem Antrag am 19.12.1972 zugestimmt. Mit Verfügung der Regierung vom 28.3.1973 wurde die Errichtung eines Schulkindergartens genehmigt unter dem Vorbehalt, dass die Gemeinde Visbeck, Olpe, Grevenstein, Oeventrop und Uentrop ihre nicht schulfähigen Kinder ebenfalls diesem Schulkindergarten zuzuführen und eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung dieserhalb mit Freienohl abzuschließen.

Die Vereinbarung kam zustande, so dass zu hoffen ist, dass der Schulkindergarten im neuen Schuljahr in Betrieb genommen werden kann.

Das Schuljahr schloss am 14.06.1973. (…)“

 „Das Schuljahr 1973/74 begann am 01.08.1973. Unsere Schule zählte am 01.08. 435 Schüler, die sich auf 14 Klassen verteilten. Da nach des KM keine Klassen über 40 Schüler zulässig sind, wurde das neue erste Schuljahr in 4 Klassen geteilt. Ebenso mußten aus den drei  2. Schuljahren vier 3. Schuljahre gebildet werden. Diese Klassenteilung wurde im Zusammenwirken mit den Elternpflegschaftsvorsitzenden der drei Klassen vollzogen. Da der Schulkindergarten in diesem Schuljahr eingerichtet werden soll, muß der Werkraum wieder als Klassenzimmer benutzt werden. Herr Bonk hat sich freiwillig bereit erklärt, mit seiner Klasse dorthin zu gehen.

Während der Ferien wurden die Räume 2 und 3, sowie der Werkraum renoviert, die Räume 1, 2, 3 und 8 mit neuen, fast lichtdurchlässigen Gardinen ausgestattet, so daß für diese Klassen auch das Filmzeigen im Klassenraum möglich ist; das ist deshalb besonders notwendig, weil auch der Sachunterrichtsraum jetzt als Klassenraum genutzt werden muß.

Zum neuen Schuljahr wurden uns 2,5 neue Lehrkräfte zugewiesen, und zwar die Lehrerin z.A. Frau Jost, die Lehrerin Frau Koböke-Klama und die Gymnastiklehrerin Frau Wegener mit 14 Stunden. Dadurch ist eine recht gute Versorgung unserer Schule mit Lehrerstunden gewährleistet. Trotzdem ist es nötig, daß drei Lehrkräfte (Frau Becker, Frau Weispfennig, Herr Kintrup) je 2 Klassen führen. Es ergab sich zu Schuljahresbeginn folgende Klassenverteilung:

Klasse Gesamtzahl der Schüler Klassenlehrer Raum
1a 34 Herr Riedl 14
1b 31 Frau Weispfennig 11
1c 32 Herr Bonk Werkraum
1d 32 Herr Kintrup 13
2a 28 Frau Becker 6
2b 29 Frau Kube 1
2c 32 Frau Becker 7
3a 32 Frau Lochthofe 3
3b 31 Frau Hamer 4
3c 32 Frau Holling 2
3d 30 Frau Koböke-Klama 5
4a 33 Herr Kintrup 8
4b 30 Frau Jost 9
4c 29 Frau Weispfennig 10
  435    

Für den zu errichtenden Schulkindergarten, dessen Einrichtung in den ersten Tagen des neuen Schuljahres angeliefert wurde, war der Schule eine Leiterin zugesagt worden (…). Plötzlich stellte die Regierung fest, daß die Dame nicht angestellt werden könne, da sie die Voraussetzungen nicht erfülle (1 Anerkennungsjahr und 2 Jahre Praxis). Dadurch ist infrage gestellt, ob der Schulkindergarten zur vorgesehenen Zeit in Aktion treten kann. Der Schulausschußvorsitzende des Gemeinderates, Herr Gampe, ist bei der Regierung deshalb vorstellig geworden und bemüht sich auf verschiedenen Wegen, eine Leiterin für den Schulkindergarten zu finden.

Mit Beginn des neuen Schuljahres traten auch die neuen „Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in NRW“ inkraft. Leider wurden sie erst nach Schuljahresbeginn ausgeliefert, so daß eine rechtzeitige Planung nicht möglich war. Sie gelten allerdings in diesem Jahr auch nur für die ersten Schuljahre. Für die zweiten Schuljahre unserer Schule wurde vom Schulrat die Genehmigung erteilt, den Mathematikunterricht nach den neuen Plänen zu erteilen. Auch der Stundenplan wurde nach der dort vorgegebenen Stundentafel erstellt. (…)

Der Schulkindergarten konnte nicht zum vorgesehenen Termin eröffnet werden, da keine Leiterin vorhanden war. Deshalb wurde von der Verwaltung in verschiedenen Zeitschriften inseriert. Darauf meldete sich Frau Hebertz, die am 02.01.1974 ihren Dienst im Schulkindergarten aufnehmen wird. (…)

Wegen der Energiekrise sah ein Erlaß des KM die vorläufige Einführung der Fünftagewoche an den Schulen vor, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen (…). An unserer Schile wurde in der Woche vom 03.12 ab diese Regelung eingeführt. Die Weihnachtsferien wurden vorläufig bis 16.01. einschl. verlängert. Die zusätzlichen Ferientage werden im nächsten Jahr abgezogen (Pfingsten 1Tag, Herbst 3 Tage, Weihnachten 1 Tag). (…)

Die Klasse 4c veranstaltete kurz vor Weihanchten einen Elternnachmittag, bei dem u.a. ein Krippenspiel vorgeführt wurde. Die Kinder hatten in wochenlanger Arbeit am Nachmittag allerlei Basteleien hergestellt, die versteigert wurden. Der Erlös von knapp 300 DM wurde von der Klassenlehrerin Frau Weispfennig der Aktion Sorgenkind überwiesen. (…)

„Am 21. Januar 1974 konnte endlich der neue Schulkindergarten seine Pforten öffnen. Frau Heberz hatte zu Jahresbeginn ihren Dienst als Schulkindergärtnerin bei uns aufgenommen. Ihr oblag es, nach den ersten Tagen nach den Ferien, den Kindergarten so einzurichten, wie sie es für sinnvoll hielt. (…)“ Insgesamt 25 Lernanfänger aus Freienohl und Oeventrop wurden in den Schulkindergarten überwiesen.

„In den Konferenzen beschäftigte sich das Kollegium besonders mit den neuen Richtlinien, die in diesem Schuljahr für die 1. Klassen verbindlich sind. Es wurden ausführliche Arbeitspläne für die einzelnen Fachbereiche erarbeitet. Wir behielten die wegen der Energiekrise eingeführte Fünftagewoche bei. Sie ist bis zum Ende diesen Schuljahres genehmigt. (…)

(Zeitungsartikel)

Nach dem Erlaß des KM ist die Fünftage-Woche in Schulen mit Ablauf dieses Schuljahres einzustellen. Die Elternschaft schien aber die Einbehaltung zu wünschen. Der Pflegschaftsvorsitzende der Hauptschule ergriff die Initiative, um eine Elternbefragung darüber zu starten. Er fragte an, ob auch die Pflegschaft unserer Schule mitziehen würde. Der Pflegschaftsvorsitzende, Herr  Geißler, der selbst die Fünf-Tage-Woche ablehnt, erklärte, daß er keine Zeit für diese Aktion aufbringen könne. Sein Stellvertreter, Herr Hempert nahm die Aktion in die Hand. Wir verteilten im Auftrag der Pflegschaft die (…)  Briefe und Stimmzettel. Bei der Hauptschule waren 87,6% der abgegebenen Stimmen für die Beibehaltung der Fünf-tage-Woche, (…). Es liegt nun bei den Pflegschaften, bei den vorgesetzten Dienstbehörden vorstellig zu werden und um entsprechende Änderung des Erlasses, bzw. Ausnahmegenehmigung zu bitten. (…) Am 24. Juli schloß das Schuljahr. (…).“

„Das Schuljahr 1974/1975 begann am 9.September 1974. Die Schulanfänger (122 Kinder) wurden am 11. 9 in einer kurzen Feier auf dem Schulhof in die Schule aufgenommen. Lt. Erlass des KM hätten sich die 122 Kinder auf vier Klassen verteilen müssen. Da aber für Frau Lochthove kein Ersatz gestellt wurde und die Gesamtschülerzahl sich gegenüber dem Vorjahr um etwa 20 erhöht hatte, war es nur möglich, 3 Klassen zu bilden und diese bis zum Anlaufen des Kindergartens mit 40 und mehr Kindern zu führen.

Klasse Klassenlehrer Schülerzahl
1a Frau Holling 40
1b Frau Becker 40
1c Herr Kintrup 42
2a Herr Riedl 32
2b Frau Weispfennig 28
2c Herr Bonk 28
2d Herr Kintrup 28
3a Frau Jost 30
3b Frau Kube 28
3c Frau Becker 34
4a Frau Weispfennig 34
4b Frau Hamer 30
4c Frau Holling 33
4d Frau Koböke-Klama 28

Wie aus der Aufstellung ersichtlich sind vier Lehrkräfte mit doppelter Klassenführung belastet. wir mußten auch wie im Vorjahr den Werkraum als Klassenzimmer benutzen. (…). Auf Initiative der Elternpflegschaft der Klasse 2c, die im Werkraum untergebracht ist, wurde erreicht, daß der darunterliegende Kellerraum als Übungsraum für die verschiedenen Musikkapellen des Ortes hergerichtet wurde. (…). Unmittelbar vor den Sommerferien war vom KM auf dem Erlaßwege verfügt worden, daß die Schulen, die wegen der Ölkrise die Fünf-Tage-Woche eingeführt hatten, diese als Schulversuch weiterführen durften. Damit war die Initiative der Schulpflegschaft Erfolg beschieden, und der Unterricht wurde auf fünf Wochentage verteilt.“

In den Schulkindergarten wurden nach dem Schulreiftest 14 Kinder aus Freienohl und 6 aus Oeventrop überwiesen.

„Am 01.01.1975 trat die Gebietsreform in Kraft. Freienohl wurde der Stadt Meschede eingegliedert:

Kath. Grundschule

St..Nikolaus

Freienohl

5778 Meschede

 

Dadurch ergaben sich für die Schule auf verwaltungstechnischem Gebiet einige Umstellungen. Unsere Schule wird dem Schulaufsichtskreis  zwei des HSK zugeordnet. Da Herr Schulrat Baulmann, dem die Stadt Meschede bisher unterstand, pensioniert wurde, führt bis zur Besetzung der Schulratsstelle der Schulrat Wolff die Vertretung durch.

Über die Haushaltsmittel für die Schule kann zuerst nicht verfügt werden, weil ihre Verabschiedung erst durch den neuen Stadtrat erfolgen wird. Das wird erst im Sommer möglich sein. Der für unsere Schule zuständige Dezernent bei der Stadt Meschede ist Herr Wacker, Leiter der Schulabteilung Herr Pasewaldt.

Am 01.02 1974 wurden unserer Schule die Realschullehrerin Frau Schwefer (…) und der Lehrer z.A. Herr Düllmann, zugewiesen. Dadurch konnten endlich die unterrichtlichen Engpässe beseitigt werden. Herr Düllmann übernahm die Klasse 1c von Herrn Kintrup, der dadurch von der Doppelführung entbunden werden konnte. Frau Schwefer wurde für den Rest des Schuljahres hauptsächlich mit Textilarbeit eingesetzt, einem Fach, das bisher meistens notwendigen Kürzungen zum Opfer fiel.

Die Schulleiterin nahm vom 14.02 bis 07.03 1974 an einem Lehrgang für deutsche Lehrer in England teil, um sich mit dem dortigen Schulwesen bekanntzumachen und besonders für den Schulkindergarten und die Lernanfänger Anregungen mitzubringen. Nach einem Einführungslehrgang (…) folgte ein 14-tägiger Besuch zweier Grundschulen (…), der viele interessante Einblicke bot und Anregungen vermittelte. Englische Unterrichtsformen können allerdings nicht ohne weiteres auf deutsche Schulen übertragen werden, da die deutschen Schulverhältnisse grundlegend anders sind.

Am 21.05.1974 fand in unserer Schule eine Gesamtkonferenz der Schulen von Berge, Calle, Freienohl, Grevenstein und Wennemen statt, die das Lesen lernen und die Fibelarbeit im Rahmen des Sprachunterrichts des 1. Schuljahres zum Inhalt hatte.

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung wurde im Jahre 1975 aus den ehemaligen Altkreisen Arnsberg, Meschede und Brilon der Hochsauerlandkreis (HSK) gebildet. Kreisstadt und Sitz des Hochsauerlandkreises wurde Meschede. Das Schulamt für den HSK umfasste vier Schulaufsichtsbe-
zirke. Es übte die Aufsicht über die Grundschulen, Hauptschulen und Sonderschulen der 10 Städte und zwei A – Gemeinden im Kreisgebiet aus.

Am 02.04.1975 wurde Herr Harald Gampe, bisheriger Leiter des Bezirksseminars I Arnsberg, als neuer Schulrat in sein Amt eingeführt. Er war für den Schulaufsichtsbezirk II, zu dem auch die Stadt Meschede mit dem Ort  Freienohl zählt, zuständig.

Herr Gampe war 1962 bis 1963 Mitglied des Lehrerkollegiums der Nicolai-Schule Freienohl und danach bis 1968 als Lehrer und Leiter der ev. Volksschule Freienohl tätig. Im Anschluss daran unter-
richtete er noch an der Gemeinschafts-Hauptschule Freienohl, bevor er 1970 hauptamtlich an das Bezirksseminar Arnsberg wechselte (siehe veröffentlicher Pressebericht vom 14.04.1975).

Westfalenpost 14.04.1975 (Foto)

 

 

Am Ende des Schuljahres ergab sich für die Stellenbesetzung im neuen Schuljahr ein recht positives Bild, so dass in der Konferenz vorgeschlagen wurde, die starken ersten Schuljahre (37/35/35) im zweiten Schuljahr zu teilen. (…) Nach einer Rücksprache mit Herrn Schulrat Gampe, der der Teilung zustimmte, wurden die Pflegschaftsvorsitzenden der ersten Schuljahre zusammengerufen und von der neuen Lage unterrichtet.  (…)

Das Schuljahr schloß am 16.07.1975. Mit Schuljahresende verließ uns die Gymnastiklehrerin Frau Wegener (…).

Das Schuljahr 1975/76 begann am 1. September 1975 (offiziell am 01.08.75). Zum ersten Mal nach langer Zeit fand kein schwerwiegender Lehrerwechsel statt. Die Lehrerin Frau Leister war uns schon vor den Ferien als neue Kollegin zugesagt worden. (…)

Da die Besetzung unserer Schule, trotz des Weggangs von Frau Wegener (…) noch zu gut war, wurden zwei Lehrkräfte an die Evangelische Grundschule Meschede abgeordnet, und zwar Frau Weispfennig  mit 8 Stunden, Herr Düllmann mit 10 Stunden. Die Abordnungen sind bis zum 31.01.1976 befristet. Im neuen Schuljahr ergaben sich folgende Klassenverteilungen und Klassenstärken:

Klasse Lehrer Schülerzahl
1a Frau Leister 37
1b Frau Koböke-Klama 34
1c Frau Hamer 33
2a Frau Holling 28
2b Frau Becker 25
2c Herr Düllmann 26
2d Frau Schwefer 25
3a Herr Riedl 30
3b Frau Weispfennig 29
3c Herr Bonk 27
3d Herr Kintrup 27
4a Frau Jost 31
4b Frau Kube 29
4c Frau Becker 32

Durch die Aufteilung des 2. Schuljahres in vier Klassen war wieder leider eine Doppelführung notwendig.

Nach der Einführung des Schulreifetests am 2. Oktober 1975 ( es wurde in diesem Jahr erstmals nur ein Teil der Kinder getestet – die Kinder, deren Schulreife sich in der Probezeit einwandfrei feststellen ließ, waren vom Test ausgenommen) wurden nach gründlicher Beratung durch die Klassenlehrer, die Schulkindergärtnerin und die Schulleiterin 9 Kinder zum Besuch des Schulkindergartens zurückgestellt, der seine Arbeit nach den Herbstferien aufnahm.

Am 7. 10. 1975 fand die erste Schulpflegschaftssitzung in diesem Jahr statt, zu der auch Herr Schulrat Gampe und der Schulausschußvorsitzende des Rates der Stadt Meschede, Herr Schmidt, erschienen. Gewählt wurden zum ersten Vorsitzenden Herr Bredt, zu seinem Stellvertreter Herr Frommberger.

Auch in diesem Schuljahr wurden die Richtlinienkonferenzen fortgeführt. Die Schulen Berge, Calle, Freienohl, Grevenstein, Wennemen trafen sich am 28.09.1975 in unserer Schule zu einer solchen Konferenz, in der es um das Einschulungsverfahren im Zusammenhang mit dem neuen Einschulungserlaß ging. Es stand auch ein Besuch im Kindergarten auf dem Programm. Die Arbeit im Schulkindergarten konnte nicht gezeigt werden, da dieser erst am 27.10.1975 die Arbeit aufnahm.

Am Montag, den, 03.12.1975, fand wieder der traditionelle Martinszug statt, und zwar von der Schule über die Bergstraße, Krumme Straße zum Kirchplatz.

Am Mittwoch, dem 03. 12. 1975, fand eine weitere Ganztagskonferenz statt, die den Deutschunterricht zum Thema hatte. (…)

Am 04. 12. 1975 hatten wir Kollegen der weiterführenden Schulen zu einer Elternversammlung der 4. Schuljahre zu Gast.

Nach den Weihnachtsferien begann der Unterricht wieder am 07.01.1976. Am 30.01. wurden Zeugnisse ausgegeben. Der Elternsprechtag fand am Dienstag, dem 03.02. statt.

Nach den Osterferien entfiel Frau Becker. Es erhob sich nun die Frage der Vertretung für die Klassen 2b und 4c. Als erster Ausweg bot sich an, die vier 2. Schuljahre, die am Anfang des ersten Schuljahres geteilt worden waren, wieder zu drei Klassen zusammenzulegen; da die Schülerzahl dieses Jahrgangs in dieser Zeit um 11 gesunken war, konnte dies durchaus verantwortet werden. Die Elternvertreter der 2. Schuljahre, die zur Beratung hinzugezogen wurden, stimmten zu. Die Klasse 4c muß nun von den Fachlehrern, die in der 2b frei wurden, durchgezogen werden.

Am 05. Mai fand eine weitere Ganztagskonferenz zum Thema Kunst/Musik statt. (…)

Am 02.02.1976 verließ Frau Weispfennig (…) unsere Schule. Aus dem Dienst entlassen wurde die Übungsleiterin Frau Beste. Grund: Sparmaßnahmen; es sind genug voll ausgebildete Sportlehrer vorhanden, so daß alle Übungsleiter, die in der Zeit des Lehrermangels den Schulen wirksam Hilfe geleistet haben, nun entlassen wurden.

Das Schuljahr schloß am 05.07.1976, nach dem wir am 14.07. zum ersten Mal mit recht gutem Erfolg unter Leitung von Herrn Düllmann die Sommerspiele der Bundesjugendspiele durchgeführt hatten.

Das Schuljahr 1976/77 begann am 30.08.1976. Laut Erlass des KM hatten der Schulleiter oder sein Stellvertreter eine Woche vorher in der Schule anwesend zu sein, um den Stundenplan zu erstellen und die wichtigen Vorbereitungen für das neue Schuljahr zu treffen. Leider war das weitgehend nicht möglich, da bis zum Mittag des 1. Schultages nicht klar war, mit welcher Besetzung an Lehr- kräften zu rechnen war. Außerdem ist es verboten, am 1. Schultage eine Konferenz während der Dienstzeit anzusetzen, so dass keinerlei Absprache mit dem Kollegium gegeben war.

Die Schwierigkeit für unsere Schule bestand darin, daß außer dem Weggang von Frau Weispfennig und von Frau Beste mit dem Schwangerschaftsurlaub von Frau Holling und Frau Leister zu rechnen war. (Beide traten ihn am 30.08. an!) Ein Ersatz für die Damen konnte offenbar nicht gestellt wer- den. Nach vielem Hin und Her wurde am Mittag des 1. Schultages bestätigt, dass Frau Witt- brodt von der Hauptschule mit 14 Stunden an unsere Schule abgeordnet würde. Nun konnte end- lich der nicht einfache Stundenplan aufgestellt werden. Zwei Fahrklassen (2a – Frau Leister, 3a – Frau Holling) mussten durchgezogen werden. Die Lehrer wurden in folgender Weise auf die Klassen verteilt:

Klasse Klassenlehrer/in
1a Herr Kintrup
1b Frau Jost
1c Frau Becker
2a Frau Jost
2b Frau Koböke-Klama
2c Frau Hamer
3a Frau Wittbrodt
3b Herr Düllmann
3c Frau Schwefer
4a Herr Riedl
4b Frau Kube
4c Herr Bonk
4d Herr Kintrup

Frau Jost und Herr Kintrup hatten also eine Doppelführung.

 

Der „Pillenknick“ begann sich in diesem Jahre schon sehr bemerkbar zu machen. Die Zahl der Ein- schulungen lag zum ersten Mal unter 100. Nach der Überweisung der Kinder in den Schulkinder- garten ergaben sich folgenden Schülerzahlen:

Klasse Schülerzahl
1a 24
1b 26
1c 30
2a 32
2b 30
2c 29
3a 34
3b 31
3c 31
4a 31
4b 30
4c 29
4d 30
Schul-KG 20

Davon sind 212 Jungen und 195 Mädchen, also insgesamt 407 Schüler, von denen 37 evangelisch sind und 2 anderen Religionsgemeinschaften angehören, bzw. keiner. Alle anderen Kinder sind ka- tholisch.

 

Wir haben in diesem Schuljahr wieder den Werkraum als Klassenraum benutzt, damit der Raum 1 als Fernseher- und Musikraum zu Verfügung steht. Seitdem wir einen Video-Recorder besitzen, werden regelmäßig eine Reihe Schulfernsehsendungen mitgeschnitten und im Unterricht einge- setzt.

 

Als neue Lehramtsanwärterin wurde unserer Schule Frau Schröder mit den Fächern Mathematik und Textilgestaltung zugewiesen. Sie wird in Mathematik von Herrn Düllmann, in Textilgestaltung von Frau Schwefer betreut.

 

Die erste Schulpflegschaftssitzung fand am 30.9.76 statt. Herr Bredt und Herr Frommberger wur- den wiedergewählt.

Am 13.10. hielten wir einen Informationsabend mit dem Leiter der Berufsschule Meschede für die Eltern der 4. Schuljahre ab, um aufzuzeigen, welche Möglichkeiten und Wege den Schülern offen- stehen.

Am 26.10. fand eine Tagung der Verkehrsberater des Hochsauerlandkreises in unserer Schützenhal-

le statt. Schüler unserer 1. und 4. Schuljahre übten mit der Polizei auf unserem neuen Verkehrs- übungsplatz hinter der Halle.

Ab 1.11.mußte ein neuer Stundenplan erstellt werden, da erst jetzt Herr Diakon Nehls für ev. Reli- gion eingesetzt werde konnte. Laut Erlaß sollte es nämlich nicht mehr möglich sein, an unserer Be- kenntnisschule Religionsunterricht für die evangelischen Kinder zu erteilen, da in der Gemeinde (Meschede – 10km!) eine evangelische Bekenntnisschule zur Verfügung steht, die von diesen Kin- dern besucht werden könnte. Ein Einspruch der Kirche hat dann wohl zu der vernünftigen Lösung geführt, eine Lehrkraft für unsere 40 Kinder einzusetzen, statt diese täglich mit dem Bus nach Me- schede befördern zu müssen. (Die Alternative wäre gewesen, dass die ev. Eltern für ihre Kinder auf dem RU verzichtet hätten). Außerdem wurde das Kollegium vom Schulrat aufgefordert, wöchent- lich 8 Überstunden zu geben, um den Stundenausfall zu mildern (und das bei bestehender Lehrer- arbeitslosigkeit).

 

Am 24.11. nahm das Kollegium wieder an einer ganztägigen Richtlinien-Konferenz teil, die diesmal in Wennemen stattfand.

Zum diesjährigen Informationsabend für die Eltern der Kinder der 4. Schuljahre wurden nur je ein Vertreter der betr. Schulform eingeladen, in diesem Jahr der Vertreter des Benediktinergymnasi- ums, der einerseits das Gymnasium, andererseits die Schulen in freier Trägerschaft vertrat, und der Vertreter der Städtischen Realschule für die Schulen in staatlicher Trägerschaft und die Realschulen überhaupt. Dadurch wurde die Information für die Eltern sehr viel klarer.

 

Am 17.12. nahm Frau Leister nach ihrem Mutterschutzurlaub den Dienst mit 14 Wochenstunden wieder auf, am 20. 12. Frau Holling ebenfalls mit 14 Stunden. Dadurch fehlt nun weiterhin eine vol- le Lehrkraft, die Überstunden wurden abgebaut. Frau Wittbrodt blieb vorerst mit 14 Stunden wei- ter bei uns. Zum 1.2. ist aber nicht mit einer Lehrerzuweisung zu rechnen, da keine Neueinstellun- gen erfolgten.

 

Am Freitag, den 28.01.1977, wurden die Halbjahreszeugnisse ausgegeben, am Montag, den 31.01.1977, fand der Elternsprechtag statt.

Am 25.01. fand eine zweite Schulpflegschaftssitzung statt, in der es hauptsächlich um Gründung bzw. Satzung einer Stadtschulpflegschaft ging. Außerdem wurden die Eltern von der Schulleiterin über die neuen Zeugnisse für die 1. und 2. Schuljahre informiert. Eine Diskussion über dieses The- ma konnte wegen der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr stattfinden.

Am 08.03. lud der Schulpflegschaftsvorsitzende daher zu einer weiteren Sitzung ein, bei der der Schulausschussvorsitzende des Rates der Stadt Meschede den Eltern wiederum Informationen zum neuen Zeugniserlass gab. In der anschließenden regen Diskussion wurden einige Grundsätze her- ausgestellt, die die Eltern bei der Zeugniserteilung berücksichtigt wissen wollten. Der Schulpfleg- schaftsvorsitzende, sein Stellvertreter und die Schriftführerin wurden beauftragt, diese schriftlich an die entsprechenden Stellen (Kultusministerium etc.) weiterzugeben.

 

Am 1.3. fand eine Besichtigung des Friedhofsweges statt, der auf Antrag der Schule für den Verkehr gesperrt worden war. Inzwischen lag ein Antrag des Bezirksausschusses vor, ihn wieder zu öffnen. Bei der Besichtigung wurde die Beibehaltung der Sperrung empfohlen.

Am 3.3. legte der Lehramtsanwärter Herr Koch die 2. Staatsprüfung ab.

Am 10.3. fand eine Gesamtkonferenz statt.

Am 14.3. wurde von der Polizei auf dem Verkehrsübungsplatz Verkehrsunterricht für die Klassen  4a, 4c und 4d durchgeführt. Im Mai und Juni legten die 4. Schuljahre dann die Radfahrprüfung ab.

 

Der Schützenverein – St. Nikolaus-Bruderschaft Freienohl – feierte am 13.-15. Mai sein 275-jähri- ges Bestehen und hatte daher zu einem Wettbewerb eingeladen. Unsere Grundschulkinder sollten an einem Malwettbewerb über Schützenfest, Schützenbruderschaft usw. teilnehmen. Die ganze Schule beteiligte sich geschlossen daran. Alle Kinder hatten viel Freude dabei, besonders natürlich die, die am 5. Mai in einer gemeinsamen Feier zusammen mit der Hauptschule in der Schützenhal- le einen Preis überreicht bekamen. 1. Siegerin der Grundschule war Britta H. Klasse 1c. Sie be- kam ein Fahrrad, 2. Siegerin Bernadette R. Klasse 4b, sie bekam Skier.

 

Am 13. Mai ging die ganze Schule auf Wanderschaft bzw. Fahrt, da der Schulhof zum Jahrmarkts- platz mit Karussells, Buden, Würstchenständen umfunktioniert wurde. So fuhr die 3b mit Herrn Düllmann nach Wuppertal, die 4b machte eine heimatkundliche Fahrt durch das Hochsauerland,

u.a. mit einer Einfahrt ins Erzbergwerk Ramsbeck und einem Besuch einer Schiefergrube in Frede- burg. Die 4d wanderte im Heimatgebiet.

 

Herr Bonk fuhr mit seiner Klasse 4c vom 31.5.-4.6. zu einem Schullandheimaufenthalt in die Ju-

gendherberge Schmallenberg.

Am 23.6. fuhr die Klasse 2b mit Frau Koböke nach Warstein-Hirschberg, während die 3c und die 2c am 29.6. auf Fahrt gingen, 3a und 4a am 4.7., 2a am 30.6. nach Münster zum Zoo.

 

Am 28.6. - einem der weniger schönen Tage dieses Junis – führten wir die Bundesjugendspiele durch. Sie brachten sehr gute Ergebnisse. So konnten viele Ehrenurkunden und Siegerurkunden ausgegeben werden.

 

Die Elternarbeit für das kommende 1. Schuljahr wurde am 12 Mai mit einem Abend über Verkehrs- erziehung begonnen und am 7. Juni mit einem Abend über methodische und allgemeine Fragen des 1. Schuljahres fortgesetzt.

Auch die Eltern der derzeitigen 1. Schuljahre wurden noch einmal zu einer gemeinsamen Ver- sammlung gebeten (1.6.), in der sie über die neuen Zeugnisse und den Verteilungsmodus infor- miert wurden. Es erhoben sich hier noch einige Einwände, im großen Ganzen aber schienen die El- tern doch bereit, die Zeugnisse mindestens erst einmal abzuwarten.

Die Zeugnisausgabe selbst, die am 20., 22. und 23. Juni stattfand – die Eltern holten sie erst ab und wurden in einem ausführlichen Gespräch über den Leistungsstand des Kindes, sein Arbeits- und Sozialverhalten informiert – gestalteten sich nach Aussagen der betr. Kollegen recht fruchtbar, so dass dadurch wahrscheinlich manche Animositäten abgebaut werden konnten.

 

Das Kollegium machte am 27. April den diesjährigen „Betriebsausflug“, der u.a. ins Balver Heimat- museum, die Balver Höhle, in ein altes Hüttenwerk führte und nach einer ausgiebigen Wanderung in gemütlicher Runde in Langscheid seinen Abschluss fand.

 

Das Schuljahr schloss am 6.7.1977.

Frau Jost wurde auf eigenen Wusch nach Siegen versetzt.

Der Unterricht nach den großen Ferien begann am 22.8.; die Einschulung der Schulanfänger erfolgte am 24.8.. Mit Ende des Schuljahres 76/77 hatten wir vier 4. Schuljahre entlassen.

Die Zahl der Schulanfänger war 86, sodass nur drei 1. Schuljahre eingerichtet werden konnten. Allerdings war die Zahl der Kinder, die von Beginn des Schuljahres  unseren Schulkindergarten besuchten, mit 12 erstaunlich hoch.

Für Frau Jost, die uns am Ende des Schuljahre 1976/77 verlassen hatte, wurde Frau Wittbrodt, die schon seit einem Jahr mit halber Stundenzahl an unsere Schule abgeordnet war, ganz an die Grundschule versetzt, allerdings mit der Auflage, sich um die missio canonica zu bemühen, da es an Religionslehrern fehlte.

So ergab sich folgende Klassenverteilung:

1a 25 Schüler Herr Riedl
1b 30 Schüler Frau Kube
1c 31 Schüler Herr Bonk
2a 26 Schüler Herr Kintrup
2b 24 Schüler Frau Holling
2c 29 Schüler Frau Becker
3a 32 Schüler Frau Leister
3b 31 Schüler Frau Koböke
3c 31 Schüler Frau Hamer
4a 35 Schüler Frau Wittbrodt
4b 31 Schüler Herr Düllmann
4c 32 Schüler Frau Schwefer

Der Schulkindergarten wuchs im Laufe des Jahres auf 21 Kinder an. Die Schülerzahl betrug also zum Schuljahresanfang 369. Sie wuchs zwar im Laufe des Jahres ein wenig, aber doch unerheblich an, so dass gegenüber dem Vorjahr etwa ein Fehlbestand von 30 Kindern vorlag.

 

Mit Beginn des Schuljahres wurden uns auch 4 Lehramtsanwärterinnen zugewiesen, und zwar Frau Dünnebacke (Mentorin Frau Koböke)

Frau Martini (Mentorin: Frau Becker)

Frau Fiege (Mentoren: Frau Holling, Herr Düllmann)

Frau Rothkamp (Mentoren: Herr Bonk, Frau Hamer)

Die Lehramtsanwärterin Frau Schröder legte am 13.9. ihre zweite Staatsprüfung ab und verließ unsere Schule zum 31.10.

Am 16.9. erlitt Frau Kube einen Verkehrsunfall und war bis zum Jahresende dienstunfähig. Die Schulleitung lag während dieser Zeit in den Händen von Herrn Konrektor Bonk.

Die konstituierende Sitzung der Schulpflegschaft fand am 5. Oktober statt. Zum Vorsitzenden wurde Herr Paul Pieper gewählt, zu seinem Stellvertreter Herr Reinhard Frommberger.

 

Am Freitag, den 27.1.78, wurden die Halbjahreszeugnisse für die Klassen 3 und 4 ausgegeben. Der Elternsprechtag fand am 31.1. statt.

 

Zum 1.2. wurde uns überraschend Frau Michels mit 14 Stunden zugewiesen. Frau Michels hatte bis 1973 an unserer Schule Dienst getan und sich dann nach §85 LBG beurlauben lassen.

Frau Kube konnte am 14.4. ihr silbernen Dienstjubiläum begehen. Es wurde in Anwesenheit des Kollegiums, des Schulrates, des Personalratsvorsitzenden des HSK und des Rektors der HS gefeiert.

 

In der Schulgeschichte des Landes NRW kam es in diesem Frühjahr zu einem bedeutenden Ein- schnitt. Die sozial-liberale Regierungskoalition hatte eine Gesetzesvorlage eingereicht, die die Möglichkeit der Errichtung sog. Kooperativer Schulen vorsah. Die Opposition, sowie viele Lehrerverbände wandten sich dagegen. Eine Bürgerinitiative initiierte ein Volksbegehren, das Erfolg hatte. Die Regierung ließ es nicht zum Volksentscheid kommen, - die Kooperative Schule mit Orientierungsstufe wird nicht eingeführt.

 

Neben der großen Politik bewegte die Schulen der Stadt Meschede ein anderes Problem: Die Anzahl der Einbrüche in Schulen nahm rapide zu. Noch bleib unsere Schule verschont, während die Hauptschule schon des öfteren von Einbrechern heimgesucht wurde, die nicht nur eine Reihe von teuren Geräten entwendeten, sondern auch erheblichen Sachschaden anrichteten (eingeschlagene Türen, herausgerissene Türfüllungen, zerstörte Schreibtische...), so dass sich die Stadtverwaltung zu der Anweisung veranlasst sah, die Räume nicht abzuschließen. Wurden wir zwar von den Einbrüchen verschont, so kam es doch in unserer Schule zu einer Diebstahl- serie durch Schüler. Zwei Schüler eines 3. Schuljahres grasten in den großen Pausen die Klassen ab auf der Suche nach Geldbörsen von Lehrerinnen - und sie wurden fündig! An einem Tag erbeuteten sie 60 DM, am nächsten 140 DM und am dritten schließlich 20 DM. (Sie hatten sich beim Hin-

ausgehen hinter Schränken versteckt und sich vom Hausmeister einschließen lassen.) Das Geld brachten sie zusammen mit einem weiteren Schüler sofort total unter die Leute. Nach langen Ver- nehmungen durch die Kollegen und durch die Polizei gaben sie ihren Diebstahl zu. Dennoch versuchten sie am nächsten Tag ihr Glück – allerdings ohne Erfolg – in der Hauptschule. Einer der Täter hat mehrfach Geldbörsen, bzw. Brieftaschen außerhalb der Schule gestohlen. Wir haben leider keine Möglichkeit, aktiv in irgendeiner Form einzuwirken.

 

Am 9. und 10. Mai waren die kommenden Schulanfänger, die z.Z. den Kindergarten besuchen, in den ersten Schuljahren zu Besuch.

Für die ersten Schuljahre kam die Polizei am 18.5. mit einem Schulbus, um die Kinder über das Verhalten am und im Bus zu informieren.

Am 23.5. fand die erste pädagogische Ganztagskonferenz in diesem Schuljahr zum Thema „Diffe- renzierung“ statt. Herr Düllmann zeigte eine eindrucksvolle Mathematikstunde, in der er gekonnt differenzierte.

Am Nachmittag referierte der Schulrat über das Schulmitwirkungsgesetz, das zum 1.8.78 in Kraft tritt und viele entscheidende Neuerungen für die gesamte Schule, Elternschaft, Lehrerschaft (in Schulen mit Sekundarstufe 1 bzw. 2 auch die Schülerschaft) und Schulleitung bringt.

 

Zum großen Ärger unserer auswärtigen Schüler darf den Kindern zum Schützenfest ihres Ortes nicht mehr schulfrei gegeben werden, sondern nur der Schützenfestmontag des Schulortes ist schulfrei. So mussten die Olper und Visbecker Kinder an ihrem Schützenfest zur Schule kommen und auch bis zum Ende des Schulvormittages aushalten.

Auch das sind Schattenseiten der Gebietsreform! Die meisten übrigen dieser Schattenseiten kom- men den Schülern nicht so unmittelbar zu Bewusstsein. Eine weitere sei aber noch erwähnt: Von unserem Schuletat gehen monatlich einige hundert Mark zurück an die Stadt, weil wir für die Be- nutzung des Lehrschwimmbeckens, das die Gemeinde Freienohl u.a. für die Schulen ihrer Gemein- de erbaut hatte, erhebliche Nutzungsgebühren bezahlen müssen.

Außerdem wurde der gesamte Etat um 10% wegen der angespannten Finanzlage der Stadt gekürzt. Dadurch werden eine Reihe von Anschaffungen für uns unmöglich.

 

Am 30.5. fanden die Bundesjugendspiele statt, die von Herrn Düllmann in Zusammenarbeit mit den Sportlehrern organisiert wurden und gute Ergebnisse brachten.

Vom 5.-9.6. fuhr die Klasse 4b mit Herrn Düllmann und Frau Hamer zu einem Schullandheimaufenthalt nach Schmallenberg.

Die Zeugnisse fürs 1./2. Schuljahr wurden vom 5.-7.6. an die Eltern ausgegeben. Es traten hierbei keine Schwierigkeiten auf, wenngleich noch immer einige Eltern die Vergleichsmöglichkeiten bei dieser Art der Zeugnisse vermissten. Im großen Ganzen aber wurde der pädagogische Sinn erkannt und den Lehrern bescheinigt, dass sie sich mit viel Mühe und auch Genauigkeit der schwierigen Aufgabe dieser Zeugniserteilung unterzogen hätten.

Für die Eltern der kommenden 1. Schuljahre wurde am 22.6. ein Informationsabend gehalten.

 

 

Das Schuljahr schloss am 28.6.

Zu diesem Zeitpunkt verließ uns Frau Becker, die sich auf eigenen Wunsch nach Neheim-Hüsten an eine Hauptschule versetzen ließ.

Der 14. August 1978 war der erste Schultag des neuen Schuljahres. Die Einschulung der Schulanfänger fand – wie üblich – zwei Tage später statt, damit die Kinder der Klasse 2c, die mit ihrem Klassenlehrer Herrn Bonk, die Einschulungsfeier im kleinen Saal der Schützenhalle gestalteten, Gelegenheit zum Wiederholen und Üben ihrer Darbietungen hatten. Es wurden nur noch 78 Kinder eingeschult, außerdem kamen drei sofort in den Schulkindergarten, so dass die Einschulungszahl erheblich unter der des Vorjahres lag. Dennoch konnten drei Klassen gebildet werden. Die Gesamt- zahl der Schüler nahm rapide ab, da über 90 Kinder aus den 4. Schuljahren mit Schuljahresende unsere Schule verlassen hatten.

Das Schulamt hatte die Stellenplanung und Stellenbesetzung so rechtzeitig vorgenommen, dass Klassenverteilung und Stundenplan vor den großen Ferien erstellt werden konnten. Anstelle der versetzten Frau Becker wurde uns Herr Martini zugewiesen. Herr Martini war vorher an einer Hauptschule in Neheim- Hüsten, erklärte sich aber dennoch bereit, sofort mit der Arbeit in einem ersten Schuljahr zu beginnen.

So ergab sich folgende Klassenverteilung:

Schulkindergarten 3 Kinder   Frau Herberz (mit Frau Langenkämper als Praktikantin)
1a 30 Schüler 17J 13M Frau Wittbrodt
1b 24 Schüler 11J 13M Herr Martini
1c 24 Schüler 13J 11M Frau Schwefer

Der Anstieg der Schülerzahlen im Jahr 1974/75 war bedingt dadurch, dass zum ersten Mal die Zahlen des Schulkindergartens mit einflossen. Die Zahlen stiegen allerdings meist bis zum 31.1. des folgenden Jahres noch an.

2a 25 Schüler 18J 7M Herr Riedl
2b 28 Schüler 8J 20M Frau Kube
2c 29 Schüler 16J 13M Herr Bonk
3a 24 Schüler 12J 17M Herr Kintrup
3b 26 Schüler 16J 8M Frau Holling
3c 26 Schüler 12J 14M Herr Düllmann
4a 31 Schüler 12J 19M Frau Leister
4b 29 Schüler 14J 15M Frau Koböke-Klama
4c 29 Schüler 14J 15M Frau Hamer

Der Anteil der ausländischen Schüler an unserer Schule war noch sehr gering:

7 italienische Kinder. Einige davon sprachen fließend Deutsch, andere kamen ohne jede Kenntnis der deutschen Sprach in unsere Schule.

 

Mit dem neuen Schuljahr wurde das neue Schulmitwirkungsgesetz wirksam, das erhebliche Neue- rungen für die Schule brachte.

So ist das maßgebende Organ einer Schule nun die Schulkonferenz, die an unserer Schule aus 6 Er- ziehungsberechtigten, die von unserer Schulpflegschaft gewählt werden, und 6 Lehrervertretern, die von der Lehrerkonferenz gewählt werden, bestehen. Den Vorsitz führt der Schulleiter, der aber

– ebenso wie sein Stellvertreter – kein Stimmrecht hat. Nur bei einer Patt-Situation entscheidet der Schulleiter.

Außerdem sind Fach- und Klassenkonferenzen vorgesehen, Lehrerrat (an Schulen ab Sek. I auch Schülerrat), Klassenpflegschaften und Schulpflegschaften.

Die Modalitäten der Wahlordnung und der Rahmengeschäftsordnung brachten zu Beginn des Schuljahres erhebliche Schwierigkeiten mit sich – vor allem sehr viel zusätzliche Schreibarbeit – da die Dinge noch zu neu und - durch die drängenden Termine – recht unübersichtlich waren und Formfehler vermieden sein wollten. Es steht aber zu erwarten, dass sich im längeren Umgang mit den Modalitäten aber manches vereinfachen lässt. So mussten schon in der Woche vom 21.-25. August die Klassenpflegschaftssitzungen abgehalten werden, damit am 7. September die Schulpflegschaft, die sich aus den Klassenpflegschaftsvorsitzenden zusammensetzt, zur Wahl des Schulpflegschafts- vorsitzenden und zur Wahl der Vertreter der Erziehungsberechtigten für die Schulkonferenz zusam- men treten konnte. Alle Wahlen haben geheim stattgefunden.

Zum Schulpflegschaftsvorsitzenden wurde Herr Paul Pieper gewählt, sein Vertreter ist Herr Rein- hardt Frommberger, der in besonderer Weise die Interessen der Auswärtigen und der evangeli- schen Schüler vertritt.

Die Lehrerkonferenz hatte ihre Vertreter für die Schulkonferenz schon gewählt. Die Schulkonferenz hatte danach folgende Mitglieder:

Elternvertreter                       Lehrervertreter

Herr Pieper                             Herr Düllmann

Herr Frommberger                Frau Leister

Herr Bredt                              Frau Michels

Herr Blessenohl                      Frau Schwefer

Frau Hartmann                       Herr Kintrup

Frau Voß                                 Herr Martini Vorsitz: Frau Kube

Der stellvertretende Schulleiter soll ebenfalls anwesend sein.

Die erste Schulkonferenz mit umfangreichem Programm fand am 20.9. statt.

Außerdem soll die Kooperation zwischen Kindergarten und Schule gefördert werden, und zwar in gemeinsamen Konferenzen. Wir hielten die erste derartige Konferenz, die überörtlich ist, am 30.8. in unserer Schule zusammen mit den Vertreterinnen unseres Kindergartens, des Kindergartens Grevenstein und der Grundschule Berge ab (die Grundschule Grevenstein war leider nicht vertre- ten).

 

Am 8.9. kam die Polizei zu einer Sonderverkehrsaktion für die ersten Schuljahre in unsere Schule. Vom 13.-17.9. waren Frau Michels und Frau Kube zu einer Teilnahme am Katholikentag in Freiburg beurlaubt.

Am 25.9. legten Frau Martini und Frau Fiege ihre zweite Prüfung ab, am 18.10. Frau Dünnebacke und am 27.10. Frau Rothkamp. Die LAA verließen mit Ablauf des Oktobers unsere Schule. Sie hoffen, zum 1.2. in den Dienst zu kommen, werden sich aber damit begnügen müssen, erst einmal als Angestellte arbeiten zu müssen und nicht den Beamtenstatus zu erhalten.

Inzwischen waren unserer Schule aber wieder zwei neue LAA zugewiesen worden und zwar Frau Ho- henstein (Mentorin: Frau Holling) und Frau Hake (Mentorinnen: Frau Koböke für Mathematik und Frau Hamer für Gestaltung). Frau Hake mußte zum 1.3. die Jahrgangsstufen wechseln, da sie nach einer neuen Ordnung für die Primarstufe ausgebildet wird.

 

Am 15.11. fand der diesjährige Informationsabend mit den weiterführenden Schulen für die Eltern der vierten Schuljahre statt.

Am 29.11. wurde diesen Eltern dann in einem Elternsprechtag Gelegenheit gegeben, mit den Klas- senlehrern ein ersten Gespräch über die schulische Zukunft ihrer Kinder zu führen.

Im ersten Schulhalbjahr fanden auch zwei Schulleiterbesprechungen statt und zwar am 7.11. eine Besprechung der Mescheder Schulleiter mit der Stadtverwaltung und am 12.12. eine Dienstbe- sprechung mit dem Schulrat Gampe für den Schulaufsichtsbezirk II des HSK.

Die Schule startete im Dezember eine große Hilfsaktion: Fast 3000 vietnamesische Flüchtlinge hat- ten ihr Land verlassen und trieben unter unmenschlichen Bedingungen auf einem Schiff vor der Küste Malaysias, das die Flüchtlinge nicht an Land gehen ließ. Als erstes Land der Bundesrepublik erklärte sich Niedersachsen Ende November bereit, 1000 Flüchtlinge aufzunehmen. Andere Bun- desländer zogen nach.

Da diese Menschen ohne jede Habe in ein Land völlig anderer Lebensart und in ein anderes Klima kamen, entschloss sich das Kollegium auf Anregung der Schulleiterin eine Sammelaktion durchzu- führen und die Kinder um Sachspenden zu bitten. Der Aufruf hatte einen überwältigenden Erfolg: 72 große Pakete – fast Kisten – mussten gepackt werden! Die Eltern fuhren teilweise mit PKWs vor, um die Sachen – durchweg gute, gebrauchsfähige Kleidungsstücke, Schuhe, Spielsachen – abzulie- fern. Es ergab sich nun das Problem des Transportes: Diese Paketfülle mit der Post wegzuschicken hätte viel zu viel gekostet. Das rote Kreuz sah sich nicht in der Lage den Transport in das Lager Friedland (b. Göttingen), das für alle Flüchtlinge erste Station im Bundesgebiet ist, zu übernehmen. Die Caritas sorgte dann für einen Lastwagen, der die Pakete direkt nach Friedland brachte.

Besonders sinnvoll erschien es, dass die Pakete gerade am Fest des hl. Nikolaus, der unserer Schule den Namen gab, abgeholt wurden.

 

Das neue Jahr 1979 begann mit 3 Tagen schulfrei: für die Schüler, die Lehrer hatten Dienst zu tun, soweit sie allerdings ihren Dienstort erreichen konnten. Morgens war es sogar zu Fuß unmöglich das Haus zu verlassen, viel weniger sich mit dem Wagen auf die spiegelglatten Straßen zu begeben. Am Nachmittag des 9.1. fand aber trotzdem eine Konferenz mit den Kindergärtnerinnen statt, am

10.1. eine Lehrerkonferenz.

Noch einmal - am 23.1. - musste die Schule wegen Glatteis ausfallen. Der Elternsprechtag war am 31.1.

Das erste Vierteljahr 1979 war durch häufige Erkrankungen der Lehrkräfte gekennzeichnet. Schulkonferenzen fanden statt am 13.2. und am 25.5., dazwischen diverse Lehrerkonferenzen. Das Schuljahr war sehr kurz: Am 20.6. begannen die Sommerferien. So wurden schon am 6./7.6. die Zeugnisse der ersten/zweiten Schuljahre ausgegeben.

Am 18.6. fanden die Bundesjugendspiele statt.

Zwei Klassen fuhren auch in diesem Jahr ins Schullandheim: Die Klasse 4a mit Frau Leister war vom

26.-28.3. in der Jugendherberge Schmallenberg, die 4c vom 5.-8.6.

Frau Kube besuchte vom 20.-23.3. einen Religionslehrgang in Werl, Herr Bonk vom 7.-10.5. einen Religionslehrgang in der Hegge.

Mit Ende des Schuljahres schied Herr Pfarrer Hegemeyer mit seinem nebenberuflichen Unterricht aus dem Schuldienst aus. Er wird weiterhin Seelsorgestunden erteilen.

Ende des Schuljahres: 20.6.

Mit Beginn des Schuljahres 1980/81 am 4. August erreichte die Schülerzahl einen neuen Tiefpunkt, da erstmals nur zwei erste Schuljahre eingeschult wurden, während drei vierte Klassen mit Ablauf des vergangenen Schuljahres die Schule verlassen hatten.

 

Die Statistik am 15.08.1980 ergab folgendes Bild:

Klasse Jungen Mädchen insgesamt Klassenlehrer
Schulkindergarten 6 6 12 Frau Herberz
1a 12 11 23 Herr Kintrup
1b 9 17 26 Herr Düllmann
2a 8 16 24 Frau Leister
2b 11 9 20 Frau Hamer
3a 13 13 26 Frau Holling
3b 10 12 22 Herr Martini
3c 10 10 20 Frau Schwefer
4a 15 5 20 Herr Riedl
4b 5 19 24 Frau Kube
4c 14 12 26 Herr Bonle

Im Laufe der Zeit wuchs durch weitere Zuweisungen die Zahl der Schulkindergartenkinder auf 17 an, so dass der Bestand des Schulkindergartens gesichert schein.

Die sinkende Schülerzahl führte – trotz der verbesserten Schüler-Lehrer-Relation – zu einem Sinken der Lehrerstellen an unserer Schule. Dies konnte aufgefangen werden, da Frau Wittbrodt ja auf eigenem Wunsch versetzt worden war und Frau Koböke aufgrund des § 85a LBG nur noch mit halber Stundenzahl unterrichtet. Wir haben jetzt 5 Lehrkräfte mit 14 Stunden, nämlich Frau Holling, Frau Koböke, Frau Leister, Frau Michels, Frau Schwefer. Dies führt dazu, dass mehr Lehrkräfte an der Schule tätig als Klassen vorhanden sind. Frau Koböke ist daher nur mit Fachunterricht eingesetzt.

Die katholischen Geistlichen, Herr Pfarrer Hagemeyer und Herr Pater Limpert OFM, geben keinen schulischen Religionsunterricht mehr, sondern Seelsorgestunden, die aber in den Stundenplan eingebaut sind. Der evangelische Diakon, Herr Nehls, erteilt nach wie vor evangelischen Religionsunterricht, da keine Lehrkraft mit Rotation zur Verfügung steht.